Sakana AI hat am 23. Oktober Aquarium angekündigt, eine Plattform zum Aufbau und Betrieb von KI-Agenten. Im Mittelpunkt steht eine gemeinsame Beschreibung von Wissen, Regeln und Daten einer Organisation. Für KMU wirft das eine grundlegende Frage auf: Verstehen alle beteiligten Anwendungen unter «Kunde», «Auftrag» oder «freigegeben» dasselbe?
Begriffe werden Teil des Arbeitsablaufs
In der Originalankündigung verbindet Sakana drei Bausteine: eine Ontologie für Bedeutungen und Beziehungen, Kontrollen für Berechtigungen und Freigaben sowie eine Umgebung zur Ausführung der Agenten. Informationen aus Tabellen und Dokumenten sollen verbunden werden können, ohne sie aus ihren bisherigen Ablagen zu verschieben. Das beschreibt die Absicht des Anbieters, keinen unabhängig bestätigten Projekterfolg.
Eine Ontologie ist hier eine geordnete Beschreibung von Begriffen und ihren Beziehungen. Dass solche Beschreibungen auch ausserhalb aktueller KI-Produkte verwendet werden, zeigt die Organisationsontologie des W3C: Sie bildet unter anderem Organisationen und Rollen ab. Diese technische Referenz ist keine Bewertung von Aquarium und schreibt einem KMU kein bestimmtes Datenmodell vor.
Nächster Schritt
Was heisst das für Ihre Büroarbeit?
- Zeitfresser wählen: E-Mail, Offerten, Rechnungen, Ablage oder Kundenantworten.
- Wirtschaftlich prüfen: CHF 79 lohnen sich schon, wenn rund eine Stunde Bürozeit besser priorisiert wird.
- Bezahlten Start nutzen: Der Detailreport macht aus dem Artikel einen konkreten Startplan.
DACH-Hinweis: 10min KI Brief bleibt für KMU im gesamten DACH-Raum lesbar; konkrete Praxisangebote sind zuerst CH-first formuliert.
Das NIST-Profil für generative KI behandelt unter anderem überzeugend wirkende falsche Ausgaben und die Prüfung von KI-Risiken. Es liefert unabhängigen Hintergrund, aber ebenfalls keinen Aquarium-Test. Unsere Einordnung: Gemeinsam benannte Daten helfen bei der Verständigung; sie garantieren noch keine richtige Entscheidung.
Was heisst das für Ihr KMU?
Wählen Sie einen Vorgang, der zwei Abteilungen verbindet, etwa die Übergabe eines angenommenen Angebots an die Auftragsbearbeitung. Schreiben Sie fünf zentrale Begriffe auf. Lassen Sie Verkauf und Verwaltung zunächst getrennt erklären, ab wann ein Angebot «angenommen» und ein Auftrag «freigegeben» ist. Vergleichen Sie die Antworten erst danach.
Halten Sie pro Begriff eine Definition, die massgebliche Datenquelle und die zuständige Person fest. Ergänzen Sie ein Gegenbeispiel: Eine freundliche Kundenantwort ist noch keine verbindliche Annahme; eine interne Notiz ist noch keine Freigabe zur Ausführung. Gerade solche Grenzfälle machen unterschiedliche Erwartungen sichtbar.
Prüfen Sie diese kleine Begriffsliste mit zehn fiktiven Übergaben. Lassen Sie ein vorhandenes KI-Werkzeug die Fälle anhand der Definitionen einordnen und verlangen Sie die jeweilige Fundstelle. Bei fehlender oder widersprüchlicher Information muss der Fall offenbleiben. Ändern Sie danach eine Definition und kontrollieren Sie dieselben Beispiele erneut.
Dieser Vorbereitungsschritt setzt keinen Plattformkauf voraus. Er zeigt, welche fachlichen Unklarheiten zuerst gelöst werden müssen und wer Änderungen an den Regeln verantwortet. Erst dann lässt sich sinnvoll beurteilen, ob eine gemeinsame Agentenplattform zum eigenen Betrieb passt.
Mit Büro-KI klären Sie Geschäftsbegriffe und Übergaben vor dem nächsten KI-Pilot.


