Wharton und GBK Collective haben am 13. Oktober ihren Bericht zur KI-Nutzung 2026 veröffentlicht. Eine auffällige Beobachtung betrifft die Erfolgsmessung: Führungskräfte, die mindestens eine Wachstumskennzahl verfolgen, berichten häufiger von stark positiven Renditen als jene, die ausschliesslich Effizienz messen.
Ein Zusammenhang, kein Erfolgsrezept
Im Originalbericht von Wharton stehen dafür 35 Prozent gegenüber 13 Prozent. Gemeint sind Anteile der befragten Führungskräfte mit entsprechend berichteter Rendite, nicht Renditehöhen von 35 oder 13 Prozent. Die Untersuchung ist eine wiederholte Querschnittsbefragung. Sie beweist nicht, dass das Einführen einer zusätzlichen Kennzahl den Geschäftserfolg verursacht.
Unsere Einordnung: Erfolgreichere Unternehmen könnten zugleich besser organisieren, mehr investieren und genauer messen. Für ein kleines Unternehmen ist die Zahl daher kein Zielwert. Nützlich ist die Frage dahinter: Was geschieht mit der gewonnenen Zeit, und entsteht daraus ein Ergebnis, das Kunden oder Betrieb tatsächlich weiterbringt?
Nächster Schritt
Was heisst das für Ihre Büroarbeit?
- Zeitfresser wählen: E-Mail, Offerten, Rechnungen, Ablage oder Kundenantworten.
- Wirtschaftlich prüfen: CHF 79 lohnen sich schon, wenn rund eine Stunde Bürozeit besser priorisiert wird.
- Bezahlten Start nutzen: Der Detailreport macht aus dem Artikel einen konkreten Startplan.
DACH-Hinweis: 10min KI Brief bleibt für KMU im gesamten DACH-Raum lesbar; konkrete Praxisangebote sind zuerst CH-first formuliert.
Verschiedene Messungen nicht verwechseln
Die ältere OECD-Befragung von KMU trennt verbesserte Arbeitsleistung von Wachstum und höheren Einnahmen. Diese Ergebnisse sind ebenfalls Selbstauskünfte. Eine Untersuchung des Stanford Digital Economy Lab betrachtet dagegen die schrittweise Einführung einer KI-Hilfe im Kundendienst und misst gelöste Fälle je Stunde. Sie zeigt, wie eng eine Produktivitätskennzahl an einen konkreten Arbeitsablauf gebunden sein kann. Keine dieser Quellen liefert eine Gewinnzusage für Schweizer KMU.
Was heisst das für Ihr KMU?
Ergänzen Sie für einen laufenden KI-Versuch die bisherige Zeitmessung um genau ein Geschäftsergebnis. Bei Angebotsentwürfen könnte das die Zahl fachlich vollständiger, rechtzeitig versendeter Angebote sein. Schreiben Sie vor dem Test auf, wann ein Angebot als vollständig zählt und wer das bestätigt. So bleibt die Messung nachvollziehbar, auch wenn die Software besonders schnell formuliert.
Vergleichen Sie zwei überschaubare Zeiträume mit ähnlichen Aufträgen. Notieren Sie ausserdem Nachfrage, Auftragsgrösse und verfügbare Arbeitszeit, wenn sie sich stark unterscheiden. Mehr Abschlüsse während einer Verkaufsaktion wären kein sauberer Beleg für die Wirkung der KI allein. Auch Nacharbeit gehört in Ihre Aufzeichnung.
Besprechen Sie nach zwei Wochen drei Fragen: Wurde die Aufgabe schneller erledigt? Kam das zusätzliche Geschäftsergebnis tatsächlich zustande? Welche andere Veränderung könnte es erklären? Entscheiden Sie erst dann über eine Ausweitung. Diese kleine Auswertung prüft Ihre eigene Arbeitsweise und übernimmt keine fremde Renditebehauptung.
Mit Büro-KI gestalten Sie einen klar begrenzten Arbeitsversuch mit überprüfbarem Ergebnis.


