EU AI Act ab 2. August: Das müssen KMU jetzt checken
Der EU AI Act tritt in 2 Tagen in Kraft. Strafen: bis €30 Millionen oder 6% Jahresumsatz für schwere Verstöße. Für ein €5M-KMU heißt das: bis €300.000 Risiko. Die gute Nachricht: Diese 5 Checks dauern eine Stunde.
1. KI-Inventur: Was nutzen Sie wirklich?
Schreiben Sie auf, welche KI in Ihrem KMU läuft:
- ChatGPT oder Claude (intern oder Kundenseite?)
- Automatische Dokumenten-Klassifizierung
- Preisoptimierung oder Produktempfehlungen
- Videoanalyse oder Bilderkennung
- HR-Tools zur Kandidaten-Vorauswahl
Tipp: Prüfen Sie auch Third-Party-APIs – deren KI fällt auch unter den AI Act.
Nächster Schritt
Was heisst das für KI-Regeln und Nachweise?
- Nutzung sichtbar machen: Welche Teams nutzen welche KI-Tools?
- Daten und Freigaben klären: Was darf in ChatGPT, Copilot oder andere Tools?
- Nachweise vorbereiten: Regeln, Rollen und Unterweisung dokumentieren.
DACH-Hinweis: 10min KI Brief bleibt für KMU im gesamten DACH-Raum lesbar; konkrete Praxisangebote sind zuerst CH-first formuliert.
2. Risiko-Kategorien: High-Risk oder nicht?
Verboten: Social-Scoring, Biometrische Fernidentifikation.
High-Risk: Personalauswahl, Kreditvergabe, Versicherungspricing, Sicherheitsüberwachung.
Limited-Risk: Chatbots mit Menschen.
Minimal: Spielzeug, Spamfilter.
High-Risk-Systeme brauchen sofort Dokumentation + Audit-Logs.
3. Dokumentation: Wer liefert sie?
Falls Sie OpenAI, Google oder Mistral nutzen: Die Anbieter müssen Dokumentation liefern (Trainings-Daten, Tests, Sicherheit). Sie müssen sie nur anfordern und speichern.
4. Transparenz: Müssen Sie offenlegen?
Chatbots: Ja, Nutzer müssen erkennen, dass es KI ist (Info-Box reicht). High-Risk-Systeme: Volltransparenz. HR-KI: Deutlich offenlegen.
5. Verantwortlichkeit: Wer haftet?
Provider (OpenAI) haftet für Modell-Fehler. Sie (Betreiber) haften für Missbenutzung. Beispiel: ChatGPT falsche Kundendaten anvertrauen = Ihre Haftung.
Bußgelder realistisch einschätzen
- Verbotene KI: €30M oder 6% Umsatz
- High-Risk ohne Doku: €20M oder 4% Umsatz
- Falsche Transparenz: €10M oder 2% Umsatz
- Andere Verstöße: €5M oder 1% Umsatz
Erste Sanktionen erwarten Experten ab Q4 2026 – aber jetzt handeln ist klüger als später improvisieren.
Diese Woche: Ihre Roadmap
- Erfassen Sie alle KI-Tools (30 Min.)
- Ordnen Sie nach Risiko (30 Min.)
- Fragen Sie Anbieter nach Doku (20 Min. E-Mail)
- Speichern Sie alles, prüfen Sie Transparenz
Das ist keine Beratung – das ist Haushaltsführung. Unseren KI-Compliance-Guide finden Sie hier.
Quellen: EU-VO 2024/1689 (AI Act), EU Kommission AI Act, Bundesnetzagentur (DE).

