Apollo bezweifelt breite KI-Erträge: Welche Belege tragen Ihre Strategie?

Apollos Chefökonom Torsten Slok sieht ausserhalb des Technologiesektors bislang keine breiten finanziellen Erträge durch KI. In seinem Beitrag vom 24. Oktober verweist er unter anderem auf Umsatz je Beschäftigten und Gewinnmargen grosser US-Unternehmen. Für KMU ist die Nachricht ein guter Anlass, die Belege hinter der eigenen KI-Strategie zu sortieren.

Drei Quellen, drei verschiedene Fragen

Die Analyse von Apollo stellt die sieben grossen Technologiewerte dem übrigen S&P 500 gegenüber. Slok interpretiert die Entwicklung als fehlenden breiten KI-Nutzen. Das ist eine makroökonomische Einordnung eines Vermögensverwalters. Sie untersucht nicht die Wirkung eines bestimmten Werkzeugs in Ihrem Betrieb.

Eine andere Ebene behandelt die Studie Generative AI at Work, veröffentlicht 2025 im Quarterly Journal of Economics. Sie beobachtet die Einführung eines Assistenten bei 5’172 Supportmitarbeitenden und findet im Durchschnitt mehr gelöste Anliegen je Stunde. Die Wirkung unterscheidet sich nach Erfahrung. Dieser Befund betrifft einen konkreten Arbeitskontext und ist kein Nachweis steigender Gewinne aller Unternehmen.

Nächster Schritt

Was heisst das für KI-Regeln und Nachweise?

  • Nutzung sichtbar machen: Welche Teams nutzen welche KI-Tools?
  • Daten und Freigaben klären: Was darf in ChatGPT, Copilot oder andere Tools?
  • Nachweise vorbereiten: Regeln, Rollen und Unterweisung dokumentieren.
KI-Regelcheck starten

DACH-Hinweis: 10min KI Brief bleibt für KMU im gesamten DACH-Raum lesbar; konkrete Praxisangebote sind zuerst CH-first formuliert.

Die OECD-Befragung zur KMU-Belegschaft aus dem Jahr 2025 wiederum berichtet Einschätzungen von Unternehmen. Unter den KI-nutzenden Betrieben nennen 65 Prozent eine höhere Mitarbeiterleistung, aber nur 26 Prozent höhere Umsätze. Selbstauskunft, beobachtete Arbeitsleistung und Entwicklung börsennotierter Unternehmen sind unterschiedliche Arten von Belegen.

Was heisst das für Ihr KMU?

Unsere Empfehlung: Nehmen Sie eine vorhandene Präsentation zur KI-Strategie und markieren Sie jede externe Erfolgszahl. Ergänzen Sie daneben drei Angaben: Wer wurde untersucht? Was wurde tatsächlich gemessen? Welche Aussage leiten wir daraus für unseren Betrieb ab?

Prüfen Sie besonders Übergänge zwischen diesen Ebenen. Eine schnellere Bearbeitung ist noch kein gemessener Umsatzanstieg. Eine Befragung zur wahrgenommenen Entlastung ist keine kontrollierte Wirkungsmessung. Umgekehrt widerlegt eine flache Gesamtkennzahl nicht jeden erfolgreichen Einzelfall. Streichen Sie Schlussfolgerungen, für die die zitierte Quelle keine passende Grundlage liefert.

Geben Sie der Geschäftsleitung anschliessend die überarbeitete Belegseite zusammen mit dem ursprünglichen Vorschlag. Benennen Sie offen, welche Annahme erst intern geprüft werden muss. Der Nutzen dieses Schritts liegt in einer belastbareren Entscheidungsgrundlage: Weder eine optimistische Anbieterfolie noch eine skeptische Marktanalyse sollte allein über die nächste Ausbaustufe entscheiden.

Mit Büro-KI übersetzen Sie allgemeine KI-Versprechen in klar begrenzte betriebliche Fragestellungen.

Kostenloser Newsletter

Den 10-Minuten-KI-Brief per E-Mail erhalten

Die wichtigsten KI-Neuigkeiten für KMU, kurz eingeordnet. Als Dankeschön erhalten Sie den KI-Werkzeugkasten gratis. Kein Spam, jederzeit mit einem Klick abmeldbar.

Nach oben scrollen

Kategorien

Neueste Beiträge