Suki hat am 8. Oktober die Funktion Ask vorgestellt. Sie soll Informationen aus der Patientenakte und medizinisches Fachwissen gemeinsam abrufen und zusammenfassen. Für kleinere Gesundheitsbetriebe ist die Meldung ein konkreter Anlass, bei KI-Assistenten nach der Herkunft jeder Antwort zu fragen.
Zwei Informationsarten in einer Antwort
Laut Sukis Produktmitteilung bindet Ask die UpToDate Expert AI API ein und kann Fragen mit dem Kontext der jeweiligen Patientenakte verknüpfen. Eingaben sind per Sprache oder Text möglich. Suki beschreibt Ask ausdrücklich als Werkzeug für Informationsabruf und Zusammenfassung; die fachliche Entscheidung bleibt bei den behandelnden Fachpersonen.
Das ist eine Anbieterbeschreibung, kein unabhängiger Wirksamkeitsnachweis. Aus ihr folgt weder, dass die Funktion in einer bestimmten Schweizer Praxissoftware verfügbar ist, noch dass sie für den dortigen Einsatz bereits geprüft wurde. Verfügbarkeit, Datenverarbeitung und Eignung müssen für die konkrete Umgebung geklärt werden.
Nächster Schritt
Was heisst das für KI-Regeln und Nachweise?
- Nutzung sichtbar machen: Welche Teams nutzen welche KI-Tools?
- Daten und Freigaben klären: Was darf in ChatGPT, Copilot oder andere Tools?
- Nachweise vorbereiten: Regeln, Rollen und Unterweisung dokumentieren.
DACH-Hinweis: 10min KI Brief bleibt für KMU im gesamten DACH-Raum lesbar; konkrete Praxisangebote sind zuerst CH-first formuliert.
Zusammenführen darf Herkunft nicht verdecken
Die WHO weist in ihrer Orientierung zu generativer KI im Gesundheitswesen auf falsche oder unvollständige Aussagen und auf übermässiges Vertrauen in automatisierte Antworten hin. Diese allgemeine Einschätzung stammt von 2024 und ist keine Untersuchung von Ask. Sie erklärt, warum eine flüssige Antwort allein noch keine ausreichende Prüfgrundlage ist.
Für den Schweizer Kontext hält der EDÖB fest, dass das Datenschutzgesetz auch bei KI gilt. Zweck, Funktionsweise und Datenquellen müssen transparent sein. Diese allgemeine Grundlage ersetzt keine Prüfung eines einzelnen Produkts. Gerade bei einem Assistenten, der mehrere Informationsarten verbindet, sollte die Praxis wissen, welche Daten wohin gelangen.
Was heisst das für Ihr KMU?
Bitten Sie einen Anbieter zunächst um eine Demonstration mit vollständig fiktiven Fällen. Lassen Sie in jeder Antwort getrennt ausweisen: Welche Aussage stammt aus der Akte, welche aus einer Fachquelle und welche ist eine Zusammenfassung des Systems? Prüfen Sie, ob Datum und Fundstelle sichtbar sind und ob sich die Ausgangsinformation direkt öffnen lässt.
Benennen Sie für diese Prüfung eine medizinisch verantwortliche Person. Sie sollte auch einen absichtlich unvollständigen Beispielfall beurteilen: Zeigt das Werkzeug die Lücke oder ergänzt es scheinbar passende Angaben? Unsere redaktionelle Empfehlung betrifft die Beschaffung und den Informationsfluss, nicht die Behandlung. Reale Patientendaten gehören erst nach der fachlichen und datenschutzrechtlichen Freigabe in einen solchen Test.


