Die Stichtag-Pflichten ab 2. August 2026
Das EU-KI-Gesetz tritt endgültig in Kraft — mit echten Kontrollen. Die Büro-KI reguliert jetzt klarer. Die Europäische Kommission und nationale Behörden beginnen jetzt, Einhaltung zu prüfen.
Drei Pflichten rücken sofort in den Fokus:
- Kennzeichnung von KI-Inhalten: Alle KI-generierten Texte, Bilder und Videos müssen erkennbar sein. Das gilt für interne wie externe Nutzung.
- Transparenz bei Chatbots: Wenn Sie ChatGPT, Claude oder Copilot im Kundenkontakt nutzen, müssen diese klar als KI erkennbar sein.
- Risiko-Kategorisierung: Hochrisiko-Systeme (z.B. KI in Personalentscheidungen) benötigen dokumentierte Risiko-Bewertungen.
Konkrete erste Schritte: Diese Woche umsetzen
1. Inventur: Welche KI nutzt Ihr KMU?
Nächster Schritt
Was heisst das für KI-Regeln und Nachweise?
- Nutzung sichtbar machen: Welche Teams nutzen welche KI-Tools?
- Daten und Freigaben klären: Was darf in ChatGPT, Copilot oder andere Tools?
- Nachweise vorbereiten: Regeln, Rollen und Unterweisung dokumentieren.
DACH-Hinweis: 10min KI Brief bleibt für KMU im gesamten DACH-Raum lesbar; konkrete Praxisangebote sind zuerst CH-first formuliert.
- Chatbots auf der Website oder im Kundenservice
- KI-Tools in Buchhaltung, HR, Angebots-Erstellung
- Generierte Bilder in Marketing und Broschüren
- KI-Texte in Newsletter, Blog, Social Media
2. Sichtbarkeit: Kennzeichnung für Aussen und Innen
- Extern: Ein Chatbot muss klar sein: Dies ist ein KI-Assistent. Nicht versteckt im Disclaimer.
- Intern: Markieren Sie KI-generierte Inhalte. Das schützt vor Weitergabe von Fehlern.
- Marketing & Blog: KI-generierte Bilder und Texte müssen gekennzeichnet sein.
3. Dokumentation: Wer kontrolliert was?
Schreiben Sie auf, wer für KI-Nutzung verantwortlich ist. Eine halbe Seite reicht:
- Welche Tools nutzen wir?
- Wer darf sie nutzen?
- Wo ist KI ausdrücklich verboten?
Welche KMU-Aufgaben sind Hochrisiko?
Die Behörden prüfen besonders genau:
- Automatisierte Entscheidungen über Jobangebot oder Bewerbung
- Personalranking und Leistungsbewertung (wenn KI entscheidet)
- Automatische Kreditentscheidungen
Wenn Ihr KMU eine dieser Funktionen nutzt: KI ist hier Teil Ihrer Geschäftsprozesse. Sie brauchen:
- Ein Test-Protokoll (Wo kann die KI Fehler machen?)
- Ein Audit-Trail (Wer hat überprüft und freigegeben?)
- Ein Beschwerdeweg (Wie können Betroffene widersprechen?)
Was heisst das für Ihr KMU?
Ab sofort:
- Machen Sie eine halbtägige Inventur Ihrer KI-Tools — diese Woche, am besten im Team.
- Definieren Sie zwei klare Regeln: (1) Welche KI-Nutzung ist intern okay? (2) Wo muss Kennzeichnung sichtbar sein?
- Für Hochrisiko-Szenarien: Besorgen Sie sich eine Vorlage für Risiko-Dokumentation (z.B. vom IT-Verband oder kostenlos bei den Kammern).
- Die Behörden wollen sehen, dass Sie aktiv prüfen — nicht dass Sie perfekt sind. Eine ehrliche Dokumentation schützt besser als Verzögerung.
- Ihre Büro-KI Regelmappe muss auf dem Stand sein: Machen Sie die KI-Compliance-Checkliste für Ihr KMU.
Die nächste Kontrollwelle kommt Herbst 2026. Wer jetzt dokumentiert, ist vorbereitet.
