Workday hat am 5. Oktober neue Daten zur Nachfrage nach KI-Kompetenzen veröffentlicht. Die Botschaft für Personalverantwortliche: Eine Stellenanzeige mit dem Stichwort «KI-Kenntnisse» beschreibt noch nicht, welche Arbeit jemand übernehmen soll.
Was die neuen Daten zeigen
In seiner Mitteilung zum Global Workforce Report berichtet Workday über Stellenanforderungen von rund 550 Unternehmen, die Workday Recruiting nutzen. Die Nachfrage nach einfachen KI-Fähigkeiten wie grundlegenden Texteingaben erreichte demnach im Januar 2026 ihren Höchststand und sank danach um 25 Prozent. Anforderungen an praktische Fähigkeiten, etwa Werkzeuge zu bauen oder Abläufe zu automatisieren, stiegen zwischen September 2025 und Juli 2026 um 51 Prozent.
Die beiden Prozentwerte beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume. Sie messen Anforderungen in Stellenprofilen, nicht die Leistung einzelner Mitarbeitender. AI Weekly ordnet die Verschiebung ein; auch Market Chameleon behandelt den Bericht. Beide beziehen sich auf Workdays Untersuchung. Drei Veröffentlichungen sind hier keine drei unabhängigen Messungen.
Nächster Schritt
Was heisst das für KI-Regeln und Nachweise?
- Nutzung sichtbar machen: Welche Teams nutzen welche KI-Tools?
- Daten und Freigaben klären: Was darf in ChatGPT, Copilot oder andere Tools?
- Nachweise vorbereiten: Regeln, Rollen und Unterweisung dokumentieren.
DACH-Hinweis: 10min KI Brief bleibt für KMU im gesamten DACH-Raum lesbar; konkrete Praxisangebote sind zuerst CH-first formuliert.
Was daraus nicht folgt
Die Daten sind keine repräsentative Erhebung unter Schweizer Kleinbetrieben. Ebenso wenig beweisen sie, dass Grundkenntnisse nutzlos geworden sind oder jede Bürofachkraft programmieren muss. Unsere Einordnung: Personalentwicklung sollte genauer benennen, welches Ergebnis im jeweiligen Beruf erwartet wird. Der passende Lernschritt kann je nach Aufgabe ganz unterschiedlich aussehen.
Was heisst das für Ihr KMU?
Nehmen Sie diese Woche eine offene Stelle oder ein bestehendes Aufgabenprofil. Ersetzen Sie die pauschale Anforderung «sicherer Umgang mit KI» durch zwei beobachtbare Tätigkeiten. Beispielsweise: Eine Person erkennt fehlende Angaben in einer Lieferantenantwort und formuliert eine Rückfrage. Oder sie kann einen wiederkehrenden Bericht vorbereiten und fehlerhafte Zuordnungen erklären. Wählen Sie Tätigkeiten, die zur Stelle gehören.
Trennen Sie anschliessend drei Lernziele: das Werkzeug bedienen, das Ergebnis fachlich beurteilen und einen Ablauf selbst gestalten. Halten Sie fest, was zum Einstieg nötig ist und was im Betrieb erlernt werden kann. So wird ein Entwicklungsbedarf sichtbar, ohne alle Mitarbeitenden an demselben technischen Ideal zu messen.
Besprechen Sie das Profil mit der betroffenen Person und vereinbaren Sie eine kurze Übungsphase während der Arbeitszeit. Nutzen Sie dafür freigegebene Beispieldaten. Nach zwei Wochen beurteilen beide Seiten gemeinsam, welche Aufgabe selbständig gelingt und wo Unterstützung fehlt. Unsere Empfehlung ist ein konkretes Lerngespräch, keine automatische Bewertung oder Aussortierung von Bewerbenden.
Büro-KI unterstützt dabei, aus einer Büroaufgabe ein konkretes Lernziel zu machen.


