127 Tage: Ab August müssen KI-Texte gekennzeichnet sein — die Checkliste für DACH-KMU

127 Tage. So viel Zeit bleibt DACH-Unternehmen, um ihre KI-gestützten Inhalte rechtskonform zu machen. Ab dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 Absatz 4 der EU-KI-Verordnung: KI-generierte oder KI-bearbeitete Texte müssen als solche erkennbar sein.

Das klingt einfach. Ist es aber nicht — denn die meisten KMU wissen noch nicht einmal, wie viele ihrer Texte KI-unterstützt entstehen.

Was genau gilt ab August?

Die Kennzeichnungspflicht betrifft: Marketingtexte, Produktbeschreibungen, Newsletter, Pressemitteilungen, Social-Media-Posts — kurz: alles, was Ihr Unternehmen nach außen kommuniziert und bei dem KI beteiligt war. Auch „KI-bearbeitet“ (nicht nur vollständig KI-generiert) zählt dazu.

Wichtig: Bestehende Systeme erhalten eine Übergangsfrist bis Februar 2027. Neue Inhalte ab dem 2. August fallen sofort unter die Pflicht.

Warum das für DACH-KMU konkret relevant ist

Wer KI-Texte nicht kennzeichnet, riskiert nicht nur behördliche Bußgelder. Wettbewerbsrechtlich können Mitbewerber abmahnen. Und Vertrauensverlust bei Kunden ist schwerer zu messen, aber langfristig teurer als jede Geldbuße.

Gleichzeitig: Transparenz über KI-Nutzung muss keine Schwäche sein. Studien zeigen, dass klar kommunizierte KI-Kennzeichnung das Vertrauen in Inhalte sogar steigern kann — wenn die Qualität stimmt.

Die Checkliste — 5 Punkte bis August

1. Content-Inventar erstellen: Welche Texte auf Ihrer Website, in Newslettern und Social Media entstehen mit KI-Beteiligung? ChatGPT-Entwürfe, Canva-Texte, Grammarly-Korrekturen — alles erfassen.

2. Kennzeichnungsform festlegen: Reicht ein Hinweis im Footer? Braucht jeder Artikel eine eigene Markierung? Klären Sie das jetzt — idealerweise mit einem kurzen Rechts-Check.

3. Workflow anpassen: Kennzeichnung muss Teil Ihres Publishing-Prozesses werden — nicht eine nachträgliche Aufgabe, die im Stress vergessen wird.

4. Team schulen: Wer schreibt und kommuniziert in Ihrem Betrieb? Jede Person muss verstehen, was „KI-bearbeitet“ bedeutet und wann die Pflicht greift.

5. Interne Dokumentation aufbauen: Welcher Inhalt entstand mit KI-Unterstützung? Festhalten — das ist bei einer Behördenanfrage oder Abmahnung Gold wert.

Noch 127 Tage — aber Sommer kommt früher

Zwischen Urlaubsplanung, Hochsaison und Tagesgeschäft schrumpft das Fenster schnell. Unternehmen, die bis Ende April handeln, führen Prozesse ruhig ein. Die anderen improvisieren im Juli — und das ist selten günstig.

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Nächster Schritt

Was heisst das für KI-Regeln und Nachweise?

  • Nutzung sichtbar machen: Welche Teams nutzen welche KI-Tools?
  • Daten und Freigaben klären: Was darf in ChatGPT, Copilot oder andere Tools?
  • Nachweise vorbereiten: Regeln, Rollen und Unterweisung dokumentieren.
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DACH-Hinweis: 10min KI Brief bleibt für KMU im gesamten DACH-Raum lesbar; konkrete Praxisangebote sind zuerst CH-first formuliert.

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